Allgemein Fragen zu Tensiometer
Wie werden Tensiometer eingebaut?
Mit dem UMS
Bohrer TB20 (für
T1 Tensiomter und
T3 Tensiometer) oder
TB25 (für
T4 Tensiometer und
T8 Tensiometer).
Diese Bohrer haben eine formgeschmiedete Spitze, damit der Tensiometerschaft frei im Bohrloch läuft und nur die Keramik festen Bodenkontakt hat.
Mit diesen Bohrern ist kein Einschlämmen erforderlich!
Dadurch müssen Tensiometer nicht mehr eingeschlämmt werden. Auch und gerade in steinigen Böden und Kiesen reagieren Tensiometer erheblich schneller, wenn sie direkt eingebaut werden, als wenn sich zunächst das eingeschlämmte Volumen mit dem Bodenwasser ins Gleichgewicht setzen muss, bevor das Tensiometer reagieren kann.
Die Einbaulage kann je nach Anwendung frei gewählt werden (jedoch
T1 Tensiometer und
T3 Tensiometer nur von oben), wobei sie nicht vertikal sein um präferenziellen Fliesspfade entlang der Bohrung zu vermeiden.
Für das
T5 Tensiometer ist der Bohrer Kit TBt5 erhältlich, mit dem der Tensiometerkorpus mit in den Boden eingebaut werden kann.
zum SeitenanfangKönnen die Tensiometer im Winter eingebaut bleiben?
T1,
T3 und
T5 Tensiometer nicht, - sie sind nicht frostfest. Sowohl die Keramik als auch der Druckaufnehmer können durch den entstehenden Überdruck bersten.
T4,
T4e, T6 und
T8 Tensiometer schon, sofern die Einbautiefe 30 cm und mehr ist. Dann breitet sich der Frost langsam genug nach unten aus. Der durch das Gefrieren entstehende Überdruck kann sich über noch offene Kerzenporen abbauen.
Aber Vorsicht!
Lassen Sie keine befüllten Tensiometer z.B. über Nacht im Auto liegen! Hier gefriert erst die Keramik außen zu, - wird also dicht-, und danach gefriert das Tensiometerwasser, - der Druckaufnehmer berstet.
zum SeitenanfangT4e oder T8 Tensiometer: Schwingen bei Temperaturschwankungen
Nach der aktuellen Auswertung einer Messkampagne von Prof. Wolfgang Durner haben wir festgestellt, dass die Befüllleitungen vor Erwärmung und Sonneneinstrahlung beim
T4e und
T8 Tensometer geschützt werden sollten.
Folgender Effekt wurde festgestellt:
- Sind die Tensiometer frisch befüllt und die Leitungen wassergefüllt, funktionieren die Tensiometer einwandfrei.
- Befindet sich jedoch Luft in den oberirdischen Befülleitungsabschnitten, so erwärmt sich diese bei Sonneneinstrahlung und dehnt sich aus. Die bewirkt ein Abfallen der Wasserspannung im Tensiometer, wodurch die entsprechende Menge Wasser in den Boden fließt.
Das macht sich dadurch bemerkbar, dass der Messwertverlauf bei Sonnenstrahlung unruhig wird und um das tatsächliche Wasserpotential, insbesondere bei niedrigen Potentialen, "schwingt".
- Weiter leiden die Befüllschläuche unter der Sonneneinstrahlung und werden klebrig und braun.
Zur Abhilfe bieten wir auf Selbstkostenbasis einen Wärmedämmschlauch an, der über Schaftende und Befülleitungen gesteckt werden kann.
zum SeitenanfangWann muss ich meine Tensiometer befüllen?
Sofern die Reaktionszeit zu gross wird, also der zeitliche Verlauf "weichere" Konturen hat im Vergleich zum frisch befüllten Tensiometer. Der Boden muss aber feucher als 850 hPa sein.
oder
Nach einer Trockenperiode und nach dem ersten Regenereignis, sofern dieses gross genug war, - wenn also der Boden wieder feuchter als 850 hPa ist. Dies lässt sich eventuell am Verlauf von tiefer eingebauten Tensiometern erkennen.
aber
Andererseits hat es keinen Sinn, das Tensiometer dann zu befüllen, wenn es "ausgestiegen" ist, also der Boden zu trocken ist. Das Tensiometerwasser würde erneut vom Boden aufgesaugt werden und das Tensiometer wäre wieder trocken.
zum SeitenanfangSchlechte Response-Zeit von T5-Tensiometern
T5 Tensiometer müssen innerhalb von Sekunden ansprechen. Tun sie das nicht, gibt es dafür mehrere Ursachen:
1, Luft im System, - also entweder im Korpus oder in den Poren der Kerze.
Abhilfe: Mit einer guten Vakuumpumpe, die bis auf wenige hPa gegen Vakuum arbeitet, sowohl den Korpus als auch die Kerze über Nacht entgasen und wieder montieren.
Abhilfe: Mit einer arretierbaren Spritze als Vakuumpumpenersatz arbeiten. Sie T5 manual ab Version 1.9 (noch nicht verfügbar).
2, Die Kerze hat sich mit Tonpartikeln mehr oder weniger zugesetzt.
Abhilfe: Kerze mit Wasser füllen, ca. 1 bar Überdruck von Innen anlegen und von außen mit einem Naßschleifpapier, Körnung 120 oder einem nassen Korund-Schleifstein die Kerze leicht anschleifen.
3, Die Kerze setzt sich zu mit Mikroorganismen.
Abhilfe: Kerze mit REHALON füllen und mit ca. 1 bar Überdruck durchspülen.
4, Die Kerze setzt sich zu mit Algen
Abhilfe: Kerze mit REHALON füllen und mit ca. 1 bar Überdruck durchspülen.
5, Die "X-" Kerzen mit dem erweiterten Meßbereich haben wegen der feinere Poren generell eine schlechtere Ansprechgeschwindigkeit aus die "schnelle" neue Kerze, - die aber mit ihrem Lufteintrittspuntk von 2 bar eben diesen hohen Meßbereich nicht - oder nur bis 1,5 bar mitmachen kann.
Abhilfe: Wenn der "X"-Bereich nicht gebraucht wird bitte die neuen "Highspeed-Kerzen" verwenden
Wir bieten die Befüllung und Kalibrierung sowie die Regenerierung nach den beiden Methoden an.
Manche sind aber so dicht, dass wir sie ersetzen müssen. Wir bieten ihnen gerne neue T5-Kerzen an.
zum SeitenanfangMüssen bei der Befüllung Handschuhe getragen werden?
Nein. Jedoch sollte die Keramik nicht mit der Hand berührt werden. Die Keramik ist stark hydrophil und muss Wasser aufnehmen können. Sofern Fette etc. an die Keramik gelangen kann die Oberfläche hydrophob werden, wodurch die wasserleitende Funktion beeinträchtigt - und der Lufteintrittspunkt kleiner wird.
zum SeitenanfangMuss ich das Tensiometer befüllen, wenn der Indikator "Luftblase" anzeigt?
siehe:
Wann muss ich meine Tensiometer befüllen?
Der Indikator zeigt Luftblasen größer 1 ml an. Dies ist bei Böden feucher als 500 hPa noch kein Problem, da sich die Blase bei Feuchteänderungen nur unwesentlich verändert. Wird der Boden aber trockener, dann dehnt sich die Blase schnell aus, weshalb eine entsprechend große Menge Tensiometerwasser in den Boden fließen muss, um mit ihm ins Gleichgewicht zu kommen. Da insbesondere trockene sandige Böden eine schlechte Wasserleitfähigkeit haben verlangsamt sich die Ansprechzeit enorm.
Daher ist der Indikator ein Warnsignal für die Auswertung der Messungen insbesondere bei sandigen Böden und für die Qualitätssicherung gedacht.
zum SeitenanfangDer Indikator zeigt nach der Befüllung "Blase"
Mann kann die Restblase mit einer Vakuumpumpe vergrößert - und abgesaugt werden, die an das Entlüftungsröhrchen - am besten über eine kleine Vakuumflasche - angeschlossen wird. An das Befüllröhrchen wird eine Wasserflasche über einen Hahn angeschlossen, der zwei/drei Mal für wenige Sekunden innerhalb von zwei Minuten geöffnet wird.
Wir bieten dazu den Befüllkit
BKTex an.
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Befüllung mit BKTex
Über welches Befüllröhrchen wird befüllt?
Bei allen nach unten eingebauten Tensiometern wird die Befüllspritze auf das kürzere, schwarz markierte Befüllröhrchen gesteckt.
Bei horizontal - oder nach oben eingebauten Tensiometern wird die Befüllspritze auf das längere, nicht markierte Befüllröhrchen gesteckt.
zum SeitenanfangWie lange muss ich befüllen?
Solange, bis aus dem offenen Röhrchen keine Luftblasen mehr kommen und sicherheitshalber zusätzlich 10 ml.
zum SeitenanfangWie weit darf (soll) man das Tensiometer nach der Wiederbefüllung wieder zuschrauben?
Handfest (Ab dem Punkt, an dem der O-Ring greift, - der Überdruck steigt dann sehr stark an - noch etwa eine viertel Umdrehung).
zum SeitenanfangWie bekomme ich "entgastes" Wasser?
Nehmen Sie eine 50 ml Spritze und füllen sie bis zur Hälfte mit Wasser. Verschließen Sie die Spritze und ziehen diese zu 100% auf. Dadurch entsteht innen Vakuum, - die zunächst im Wasser gelösten Gase bilden Bläschen und können durch Drehen der Spritze "eingefangen" werden. Sammeln Sie die Blasen am höchsten Punkt der Spritze und entspannen Sie diese wieder. Lassen Sie nun die Gasblase heraus und wiederholen der Vorgang ein zweites Mal.
Übrigens: Mit dieser Prozedur haben Sie Wasser zum kochen gebracht!
zum SeitenanfangWie groß ist eigentlich der Einzugsbereich von Tensiometern?
Grundsätzlich breiten sich Druckpotentiale kugelförmig aus, sind also nicht auf ein kleines Volumen begrenzt (wie etwa bei TDR- oder FD-Techniken).
Die Wasserleitfähigkeit ist ausschlaggebend für den Einzugsbereich, und die ist abhängig von Boden, Wasserspannung etc..
Weiter ist die dynamische Situation zu beachten. Wenn also Wasser durch Wurzeln entzogen wird und das Tensiometer an der Wurzel plaziert ist, dann misst das Tensiometer diese Potential. Ist es weiter entfernt spielt die Wasserleitfähigkeit und der Befüllzustand des Tensiometers wieder eine Rolle. Bei Regen werden die verschiedenen Porenräume tiefengestuft gefüllt. Einzugsbereich?
Die Extremsituationen: Trockener feinkörniger Sand kann Wasser abpuffern (hydrophob wirken), dass sich die Stauwasserfront im Bereich von cm/Tag fortpflanzt, - und entsprechend reagiert das Tensiometer. Demzufolge ist der Einzugsbereich wenige mm oder cm. Feuchter Schluff dagegen leitet Wasser perfekt, - der "Einzugsbereich" kann mehrere Meter betragen.
Allgermein kann man sagen, dass der Einzugsbereich in z.B. 2 mtr. Tiefe sehr groß ist weil der Boden feucht ist und die Potentialdifferenten gering sind. Im Gegensatz zur Bodenoberfläche, wo die Wasserpotentiale lokal stark variieren können.
Tensiometer messen die Potentiale dort wo sie eingebaut sind. Sie messen unabhängig davon, wie sich die Potentiale im Boden ausbreiten.
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