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Wassergehaltsmessung mit TDR- und FD-Verfahren

TDR- und FD-Systeme bestimmen den Wassergehalt im Medium Boden durch Messung der dielektrischen Eigenschaften des Mediums zwischen zwei oder mehreren Elektroden.
 
Die FD-Technik bestimmt die Dielektrizitätskonstante des Mediums zwischen den Elektroden kapazitiv. Dabei wird im Prinzip die Ladezeit des Kondensators bestimmt der durch die Elektroden und die Dielektrizität des Mediums gebildet wird.
 
Die TDR-Technik (Time Domain Reflectometry) hingegen bestimmt die Laufzeit eines Pulses durch die im Medium befindlichen Elektrodenstäbe. Die Geschwindigkeit, mit der sich der elektromagnetische Puls im Medium ausbreitet, ist abhängig von dessen Dielektrizität. Im Vakuum ist diese gleich der Lichtgeschwindigkeit.
 
Die Dielektrizitätskonstante von Wasser (ca. 80) ist größer als die von Luft und Bodenbestandteilen (<3 ... 5). Dadurch ist die durch die Laufzeit bzw. Kapazität indirekt bestimmte  Dielektrizitätskonstante ein Maß für den Wassergehalt.
 
Aus messtechnischen Gründen wird in beiden Verfahren eine oszillierende Spannung einer bestimmten Frequenz angelegt, bei kapazitiven Sensoren bis 100 MHz, bei TDR-Verfahren bis 2 GHz. Der größere messtechnische Aufwand macht TDR-Systeme entsprechend teurer.
 
Alle Verfahren messen freies und undefiniert gebundenes Wasser.
 
Temperatur- und frequenzabhängige bodenphysikalische und elektro-magnetische Faktoren wie Energieverlust durch Polarisation und Leitfähigkeit, Bindung des Wassers haben je nach Verfahren unterschiedlich großen Einfluss auf das Ergebnis.
 
Weitere Einschränkungen sind die Einbaubedingungen, Definition des Volumens, Störungen im Volumen und das relativ kleine erfasste Bodenvolumen.
 
Bei zweckmäßiger Systemwahl,  sorgfältigem Einbau und ggf. bodenspezifischer Kalibration sind die Grenzen der Verfahren abschätzbar und so sinnvolle Messungen des Wassergehalts mit allen Verfahren möglich.
 
 

Beeinflussende Faktoren

Einbau

Es ist großer Wert auf einen sachgerechten Einbau und guten Kontakt zum Boden zu legen. Bei allen Verfahren nimmt die Empfindlichkeit von der Staboberfläche weg exponentiell ab und ein relativ kleines Bodenvolumen wird erfasst. Mit allen zufälligen Störungen der Bodenmatrix, insbesondere Luftspalte (Quellen und Schrumpfen), reduziert sich die Genauigkeit. Durch die energiereichen Pulse erfassen TDR-Sonden ein größeres Volumen.
 
 

Boden

Eine bodenspezifische Kalibration reduziert den Einfluss des Bodengefüges. Für eine höhere Genauigkeit müssen insbesonders organische und tonige Böden und bei Verdichtung von <1,1 g/cm³ und >1,7 g/cm³ TDR- und FD-Sonden kalibriert werden.
 
 

Temperatur

Temperatureffekte sind zu beachten bei geringer Einbautiefe und ungeschützter Lage sowie für TDR-Verfahren in tonigen Böden. Bei FD-Verfahren ist eine geringe Temperaturabhängigkeit in Abhängigkeit vom Boden gegeben. Bei Sandböden gleichen sich die Effekte des Wassers und des Bodens in etwa aus.
Je höher die Messfrequenz, je größer der Tonanteil und der Anteil von 3-Schicht Tonen, umso größer ist die Temperaturabhängigkeit der TDR-Verfahren. Damit ist eine Analyse des zu messenden Bodens nach Tonart und Tonanteil Voraussetzung zur Bewertung der Temperaturabhängigkeit.
 
 

Salzgehalt

Eine hohe elektrische Leitfähigkeit des Bodens schwächt bei TDR-Sonden die Reflexion ab, so dass das Ende des Wellenleiters, insbesondere bei hohen Feuchten, nicht mehr eindeutig festgestellt werden kann. Der Messfehler ist jedoch gering. Ab einer Boden-Leitfähigkeit von 3 dS/m sollten beschichtete TDR-Sondenstäbe eingesetzt werden.
Je nach Verfahren wird dieser Einfluss mehr oder weniger kompensiert.
 
 

Anwendungen

  • Stichpunktmessungen
    obere Schichten: Theta mit Infield7b
    Profile: Diviner
    mit grafischer Auswertung: Trase
  • Bodenprofile ohne Grube:
    - EnviroSCAN, EasyAG
    - Thetaprobe mit Schaftverlängerung
  • Bewässerungssteuerung:
    - Echoprobe
    - EasyAG
  • Low-cost, Gewächshäuser:
    - Echoprobe
  • Datenloggeranwendung
    - Thetaprobe mit DL6
    - Trime mit Standardlogger
    - Echoprobe mit EM50
  • Grosse Anzahl an Sonden:
    - Trase mit Multiplexer


UMS
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